Pilzinfektionen

Bild: Proben in bunten Petrischalen

Epidemiologie

Von den cirka eine Million verschiedenen Pilzarten befallen nur rund 400 den Menschen. Pilzinfektionen der Haut oder der Nägel gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Viele Pilze sind Bestandteil der normalen Besiedelung von Haut und Schleimhäuten und verursachen meist nur dann eine Krankheit, wenn sie sich aufgrund einer anderen Erkrankung des Betroffenen, zum Beispiel Diabetes, oder auch nach einer längeren Antibiotika-Therapie übermäßig stark vermehren können.

Die Infektionen, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen, sind selten, aber umso gefährlicher. Sie treffen vor allem Personen, die aufgrund einer schweren Erkrankung, wie zum Beispiel Krebs, AIDS oder nach einer Organtransplantation, ein stark geschwächtes körpereigenes Abwehrsystem haben.

 

Ursachen

Eine Pilzinfektion (Mykose) ist eine Erkrankung, die durch unterschiedliche Pilze verursacht wird. Für oberflächliche Infektionen der Haut und Nägel sind meist sogenannte Dermatophyten verantwortlich. Schwere Erkrankungen von inneren Organen werden am häufigsten von Hefepilzen oder Schimmelpilzen ausgelöst.

 

Symptome

Abhängig vom Ort der Infektion unterscheidet man zwischen oberflächlichen und invasiven Pilzinfektionen:

 

Oberflächliche Pilzinfektionen beschränken sich auf die Haut und ihre Anhänge (Nägel) bzw. die Schleimhäute. Eine Hautpilzerkrankung äußert sich häufig durch juckende, leicht gerötete und schuppende Hautareale sowie nässende Bläschenbildung.

 

Falls eine oberflächliche Mykose nicht erkannt oder zu spät behandelt wird, kann sich die Infektion ausbreiten und innere Organe erreichen – man spricht dann von invasiven Pilzinfektionen. Hier sind die Erreger in das Gewebe eingedrungen. Eine invasive Infektion kann aber auch erfolgen, wenn bestimmte Pilze auf anderem Weg in den Körper gelangen. Die Symptome sind je nach befallenem Organ unterschiedlich.

 

Invasive Mykosen treten zwar deutlich seltener auf, sind aber für die betroffenen PatientInnen besonders gefährlich. Vor allem bei stark abwehrgeschwächten PatientInnen können sie tödlich verlaufen.

 

Diagnose

Um den für die Infektion verantwortlichen Erreger zu identifizieren, müssen in der Regel Proben oder Abstriche des betroffenen Gewebes entnommen und im Labor analysiert werden.

 

Der Arzt wird außerdem versuchen zu klären, ob die PatientInnen Risikofaktoren ausgesetzt waren, die auf einen möglichen Erreger-Kontakt hinweisen. Dazu gehören neben Faktoren, die das Immunsystem schwächen, auch nur kurze Zeit zurückliegende Verletzungen, die Eintrittspforten für Pilze sein können.

Bei oberflächlichen Pilzinfektionen liefert die körperliche Untersuchung recht zuverlässig erste Hinweise. Im Gegensatz dazu sind die Symptome bei invasiven Pilzinfektionen vor allem in der Frühphase nicht eindeutig. Bildgebende Verfahren helfen hier bei der Diagnosestellung: Eine Pilzinfektion der Lunge kann durch eine Computertomographie diagnostiziert werden. Um einen Befall des Gehirns abzuklären, ist eine Kernspintomographie erforderlich.

 

Therapie

Es gibt mehrere Wirkstoffe gegen Pilze (sogenannte Antimykotika), mit denen Pilzinfektionen behandelt werden. Der Großteil von ihnen lässt sich aufgrund der chemischen Struktur in drei Gruppen einteilen:
 

  • Echinocandine: Ihre Wirkung beruht auf der Hemmung eines Schlüsselenzyms für die Bildung der Pilz-Zellwand. Diese Medikamente kommen beispielsweise bei Pilz-Infektionen der Lunge oder Blutwege zum Einsatz.
  • Polyene stören durch die Ausbildung von Poren die Funktion der Zellmembranen von Pilzen. Sie werden sowohl für oberflächliche Mykosen, wie etwa eine Windeldermatitis, als auch für invasive Pilzinfektionen eingesetzt.
  • Azole greifen in den Aufbau der Zellmembran von Pilzen ein, so dass das Wachstum der Zellen gestört wird und die Zellen absterben. Diese Wirkstoffklasse wird bei Risikopatienten (Personen mit HIV-Infektion, unter Chemotherapie oder Personen mit vermindertem Immunsystem) zur Vorbeugung und Behandlung einer invasiven Pilzinfektion eingesetzt. Weiters werden Azole bei Fuß- und Nagelpilz verwendet.

 

Hinweis: Dieser Text dient zu Ihrer allgemeinen Information. Bitte suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie Fragen oder Beschwerden haben.