Kinderwunsch

Bild: Kleinkindhand greift Erwachsenenfinger

Epidemiologie

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Unfruchtbarkeit als ein weltweites Gesundheitsproblem anerkannt. In Mitteleuropa bleibt bei 10 bis 15 % der Paare der Kinderwunsch unerfüllt. Die Tendenz ist steigend. Etwa die Hälfte der Betroffenen sucht aufgrund von Unfruchtbarkeit medizinischen Rat. Laut einer Studie sind bei einem Drittel der betroffenen Paare gesundheitliche Probleme der Frau und bei einem Fünftel die des Mannes für den unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich. In manchen Fällen kann es eine Kombination von gesundheitlichen Störungen bei beiden Partnern sein. Und bei einigen Paaren bleibt die Ursache ungeklärt.

Ursachen
 

  • Biologische Ursachen: Wenn eine gewünschte Schwangerschaft ausbleibt, kann der Grund eine Fruchtbarkeitsstörung beim Mann und/oder bei der Frau sein.
  • Gesellschaftliche Ursachen: Es ist bekannt, dass das Alter der erstgebärenden Frauen ansteigt. Die Entscheidung, eine Schwangerschaft aufzuschieben, bringt das Risiko auf eine verringerte Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft mit sich. Dies gilt sowohl für die Frau als  auch – wenn auch in geringerem Ausmaß – für den Mann.

 

Symptome

Körperliche Symptome können – müssen aber nicht – auftreten.

Bei der Frau können körperliche Veränderungen wie unregelmäßige Monatsblutungen oder das Ausbleiben der Monatsblutung, Unterleibsschmerzen, chronische Akne und eine Gewichtszunahme Hinweise auf eine mögliche Unfruchtbarkeit sein.
Beim Mann können Symptome wie eine Veränderung der Größe der Hoden sowie eine Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme als Anhaltspunkte für eine Unfruchtbarkeit dienen.

Diagnose

Man zieht zur Diagnosestellung Ergebnisse von Bluttests, Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen, Gewebeproben, Samenanalysen und andere Untersuchungen heran.

Therapie

Eine Fruchtbarkeitsbehandlung kann in Betracht gezogen werden, wenn die Chancen für die Entstehung einer natürlichen Schwangerschaft als gering eingeschätzt werden, nach oder durch Fruchtbarkeitsbehandlung jedoch der Eintritt einer Schwangerschaft als möglich erachtet wird . Dabei kann unter anderem auch das biologische Alter des Paares eine Rolle spielen.

Medikamentös kann Unfruchtbarkeit unter anderem mit folgenden Präparaten behandelt werden:

  • Ovulationsinduktion: Ziel dieser Behandlung ist es, den Eisprung mithilfe von Medikamenten, den sogenannten Ovulationsinduktoren, anzuregen.
  • Ovarielle Hyperstimulation: In diesem Fall ist das Ziel der Behandlung, mehrere Eizellen heranreifen zu lassen, um die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen.
     

Operation: Bei Problemen mit den Eileitern stehen verschiedene Operationsmöglichkeiten zur Verfügung, um somit möglicherweise die Fruchtbarkeit wiederherzustellen.

Für manche Paare stellen sogenannte assistierte Reproduktionstechniken  die einzige Behandlungsoption dar: Dazu zählen beispielsweise die In-vitro-Fertilisation (IVF) oder die intrauterine Insemination.

  • Im Zuge einer In-vitro-Fertilisation  findet die Befruchtung außerhalb des Körpers der Frau – im Labor – statt.
  • Bei der intrauterinen Insemination werden ausgewählte Samenzellen direkt in die Gebärmutter eingebracht, um sie näher an den Ort der Befruchtung zu bringen.
     

Je nach körperlicher Ursache der Unfruchtbarkeit stehen weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Auswahl.

 

Hinweis: Dieser Text dient zu Ihrer allgemeinen Information. Bitte suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie Fragen oder Beschwerden haben.