HIV / AIDS

Bild: Graphische Darstellung des HIV Virus

Epidemiologie

Ende 2010 lebten weltweit 34 Millionen Menschen mit dem menschlichen Immunschwäche-Virus HIV (Human Immunodeficiency Virus). Das sind 17 % mehr als 9 Jahre davor. Die Zahl der Neuinfizierten sinkt weltweit, dennoch steckten sich im Jahr 2010 weltweit etwa 2,7 Millionen Menschen neu mit HIV an. In Österreich stecken sich pro Jahr 400 Personen mit HIV an, und 80 HIV-Infizierte erkranken an AIDS.

 

Ursachen

HIV ist ein Virus, der Zellen des Immunsystems, die sogenannten CD4-Zellen, befällt. Die Folge einer HIV-Infektion ist das kontinuierliche Sinken dieser Immunzellen. Dadurch wird das Immunsystem über Jahre hinweg immer schwächer, bis der Körper mit harmlosen Infektionen nicht mehr fertig werden kann.

HIV wird durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Vaginalsekret oder Muttermilch und auch unverletzte Schleimhaut wie z.B. Mund-, Anal- oder Vaginalschleimhaut übertragen. Dies passiert durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, den Gebrauch verunreinigter Spritzen (v.a. Drogenkonsumenten) und Verabreichung von Blut oder Blutprodukten.

Symptome

Grippeähnliche Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen oder Ausschlag können in den ersten Wochen nach der Infektion mit HIV auftreten. Diese Symptome klingen üblicherweise nach einigen Wochen wieder ab. Danach hat die erkrankte Person monate- bis jahrelang keine Beschwerden. Wenn dann Symptome wie unerklärlicher Gewichtsverlust, Durchfall von mehr als 1monatiger Dauer oder über lange Zeit ständig angeschwollene Lymphknoten auftreten, kann das auf eine HIV-Infektion hinweisen.
Wenn das Immunsystem stark geschädigt ist, kann der Körper mit sonst harmlosen Infektionen nicht mehr umgehen. Man spricht ab diesem Zeitpunkt nicht mehr von einer HIV-Erkrankung, sondern von AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome = erworbenes Abwehrschwäche-Syndrom). Es können nun verschiedenste schwere Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen auftreten, die oft tödlich verlaufen, vor allem, wenn der Patient nicht rechtzeitig Medikamente einnimmt. Auch Krebserkrankungen werden durch die Immunschwäche begünstigt.

Diagnose

Eine HIV-Infektion lässt sich anhand einer Blut-Untersuchung (HIV-Antikörpertest) nachweisen, die erst 12 Wochen nach einer möglichen oder vermuteten Infektion durchgeführt werden kann. Ist dieser Test positiv, wird zur Bestätigung ein weiterer Bluttest durchgeführt.

 

Therapie

AIDS ist nicht heilbar. Es gibt aber Medikamente, welche die Zahl der Viren im Körper senken und so eine Schädigung des Immunsystems verhindern oder diese zumindest verzögern können.

Man unterscheidet 5 Klassen von Anti-HIV-Medikamenten, sogenannte antiretrovirale Medikamente:

  • Nukleosidale Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTIs),
  • Nicht-nukleosidale Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTIs),
  • Protease-Inhibitoren (PIs),
  • Fusions- und Entry-Inhibitoren und
  • Integrase-Inhibitoren.
     

Diese entfalten auf sehr unterschiedliche Art ihre Wirkung. Von diesen Medikamenten werden immer mindestens 3 miteinander kombiniert eingesetzt, um eine Resistenzbildung hintanzuhalten. Der Zeitpunkt des Beginnes einer Medikation wird durch Experten individuell bestimmt, die konsequente Einhaltung der Medikation ist von größter Wichtigkeit.

 

Hinweis: Dieser Text dient zu Ihrer allgemeinen Information. Bitte suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie Fragen oder Beschwerden haben.