Glaukom

Bild: Schlechter werdender Sichtbereich

Epidemiologie

Im Jahr 2010 waren 60,7 Millionen Menschen weltweit von dieser Augenerkrankung betroffen, im Jahr 2020 werden es bereits 79,6 Millionen sein. Das Glaukom ist global die zweithäufigste Ursache für eine Erblindung. Laut einer österreichischen Studie sind 0,6 % der österreichischen Bevölkerung – das sind ungefähr 50.000 Personen - an einem Glaukom erkrankt.

 

Ursachen

Das Glaukom ist eine Erkrankung des Sehnervs. Der Sehnerv überträgt die Bilder, die wir sehen, zum Gehirn. Der wichtigste Faktor, der zur Entwicklung eines Glaukoms beiträgt, ist ein erhöhter Augeninnendruck. Normalerweise liegt der Augeninnendruck (von Mensch zu Mensch verschieden) bei 11-21 mmHg. Je höher der Augendruck, desto größer die Gefahr, dass der Sehnerv geschädigt wird.

 

Der Sehnerv gleicht einem elektrischen Kabel, welches eine riesige Anzahl von "Drähten" zur Datenübermittlung enthält. Das Glaukom kann diese "Drähte", Nervenfasern, schädigen und damit langfristig zur Einschränkung des Gesichtsfeldes führen.

 

Symptome

Wie schon erwähnt, macht sich das Glaukom durch eine zunehmende Einengung des Gesichtsfeldes bemerkbar. Außerdem können die PatientInnen über Kopfschmerzen, Schwindel, Nebelsehen und das Sehen von Regenbogenfarben um Lichtquellen klagen.

 

Bei den meisten PatientInnen wird das Glaukom erst spät erkannt, da sie lange keine Beschwerden haben. Dann ist der Sehnerv bereits erheblich geschädigt. Zerstörtes Nervengewebe lässt sich jedoch nicht einfach ersetzen. Wenn der ganze Nerv zerstört ist, ist die Folge Blindheit.

 

Diagnose

Eine sehr wichtige Untersuchung, ist die Messung des Augeninnendrucks mit Hilfe eines sogenannten Applanationstonometers.

 

Der erhöhte Augeninnendruck ist nicht der einzige Faktor, der zu einer Schädigung des Sehnervs führen kann, daher wird zusätzlich der Sehnerv beurteilt: Beim Spiegeln des Augenhintergrunds wird der Eintritt des Sehnerven in das Auge genauer betrachtet.

 

Eine weitere Möglichkeit, die Funktion des Sehnervs zu prüfen, ist die Gesichtsfelduntersuchung. Dabei misst der Augenarzt mit Hilfe des Perimeters, wie gut die PatientInnen in den untersuchten Anteilen des Gesichtsfeldes sieht und in welchen das Sehen womöglich eingeschränkt ist.

 

Therapie

Sowohl medikamentöse als auch chirurgische Maßnahmen haben einen niedrigeren Augeninnendruck als Therapieziel. Dies kann entweder durch die Verringerungen der Flüssigkeitsbildung im Auge oder durch einen vermehrten Abfluss von Flüssigkeit (Kammerwasser) erfolgen.

 

Medikamente werden direkt am Auge in Form von Tropfen oder Suspensionen angewendet. Zu den Mitteln, die eine Produktion von Kammerwasser reduzieren, gehören Beta-Blocker und Carboanhydrase-Hemmer.

 

Im Gegensatz dazu erhöhen Prostaglandinanaloga und cholinerge Agonisten den Abfluss von Kammerwasser.

 

Kombinationspräparate und andrenerge Agonisten haben den Vorteil, dass sie die beiden Therapieansätze verbinden.

 

Lässt sich trotz Anwendung von Medikamenten eine ausreichende Senkung des Augeninnendrucks nicht erreichen, muss eine chirurgische Maßnahme ergriffen werden.

 

Hinweis: Dieser Text dient zu Ihrer allgemeinen Information. Bitte suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie Fragen oder Beschwerden haben.