Allergie

Bild: Birkenpollen

 

Epidemiologie

Einer von 5 ÖsterreicherInnen berichtet davon an einer Allergie zu leiden. Allergien betreffen alle Altersklassen, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Von Jahr zu Jahr leiden immer mehr Menschen an allergischem Asthma, Heuschnupfen oder allergischem Hautausschlag. Im Jahr 2004 war die häufigste allergische Erkrankung, die in Österreich im Krankenhaus behandelt werden musste, das allergische Asthma.

 

Ursachen

Unter einer Allergie versteht man eine krankhafte Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers auf eigentlich harmlose Substanzen aus der Umwelt. Das Immunsystem stuft diese Substanzen (sogenannte Allergene) als „feindliche Eindringlinge“ ein und löst einen Fehlalarm aus. Allergene können Pollen, Tierhaare, Nahrungsmittel oder Schimmelpilzsporen sein.

 

Symptome

Allergien können sich je nach Auslöser körperlich sehr unterschiedlich äußern:

 

  • Obere Atemwege: Wenn die Nase juckt, rinnt, verstopft ist und man oft niesen muss, kann das ein Hinweis auf eine allergische Rhinitis (Heuschnupfen) sein.
  • Untere Atemwege (Lunge): Bei einem Asthmaanfall kommt es zu akut auftretender Atemnot, pfeifenden Geräuschen beim Atmen und Husten.
  • Haut/Bindehaut: Eine Allergie der Haut erkennt man zum Beispiel als rote, stark juckende Hauterhebungen (Urtikaria). Rote, tränende Augen weisen auf eine Bindehautentzündung (Konjunktivits) hin.
  • Verdauungstrakt: Lebensmittelallergien können Reaktionen des Verdauungsapparates (Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit) auslösen.

 

Diagnose

Die Diagnose der Allergie stellt der Arzt auf Basis der Informationen, die er in einem ausführlichen Gespräch mit den PatientInnen („Anamnese“) sowie im Zuge verschiedener Untersuchungen erhält. Diese umfassen Allergie- (z.B. Pricktest) und Bluttests. Je nach körperlichen Symptomen folgen weitere Tests wie Provokationstests und Röntgen.

 

Therapie

Die Vermeidung des Allergens, das zu allergischen Beschwerden führt, ist die beste Behandlungsform bei allergischen Erkrankungen. Da es in vielen Fällen aber nicht einfach ist, den Allergenen vollständig aus dem Weg zu gehen, ist in der Regel zusätzlich eine medikamentöse Behandlung erforderlich:

 

Kortisonhaltige Medikamente (Glucocorticoide) gelten heute als wirksame Medikamente für die Behandlung der Entzündung bei Allergien. Diese werden in Form von Sprays (allerg. Rhinitis und Asthma), Tabletten (schweres allergisches Asthma, Urticaria) oder Salben/Cremen (Urticaria, Dermatitis durch Lebensmittelallergie) eingesetzt.

 

Antihistaminika sind Arzneimittel, welche z. B. bei Heuschnupfen, allergischer Konjunktivitis und Urtikaria eingesetzt werden. Sie bekämpfen typische Allergiesymptome wie Juckreiz oder laufende Nase. Je nach körperlichen Symptomen kann man auf Cremes/Salben/Gele, Sprays, Tropfen oder Tabletten zurückgreifen.

 

Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten wirken direkt entzündungshemmend und indirekt einer Verkrampfung der Atemwege entgegen. Sie können zum Einsatz kommen, wenn die Allergie im Zusammenhang mit asthmatischen Beschwerden steht. Diese Wirkstoffe werden in Form von Tabletten verabreicht.

 

Abschwellende Nasentropfen/-sprays: Zahlreiche abschwellende Nasentropfen/-sprays sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich. Diese Substanzen wirken lediglich auf die Verstopfung der Nase. Sie helfen nicht gegen die allergisch ausgelöste Entzündung.

 

Neben den Medikamenten gibt es die Möglichkeit der Hyposensibilisierung – auch "Allergie-Impfung" genannt. Dabei wird der Körper über einen längeren Zeitraum (in der Regel drei bis fünf Jahre) in regelmäßigen Abständen kleinen Mengen des Allergens ausgesetzt. Auf diese Weise soll eine „Gewöhnung“ an das Allergen erfolgen und damit die allergische Reaktion abgemildert werden.

 

Hinweis: Dieser Text dient zu Ihrer allgemeinen Information. Bitte suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie Fragen oder Beschwerden haben.