Diabetes, Typ 2

Bild: Diabetesuntersuchung am Finger mit Schnelltester

Epidemiologie

Die Häufigkeit des Diabetes zeigt weltweit ein starkes Ansteigen: 285 Millionen Menschen waren im Jahr 2010 erkrankt, im Jahr 2030 werden es 439 Millionen sein. Der Typ-2-Diabetes mellitus ('Altersdiabetes') hat sich zur Volkskrankheit entwickelt.

Ursachen

Begünstigt wird die Erkrankung unter anderem durch fettreiche, ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen, Bluthochdruck und durch höheres Lebensalter und / oder erbliche Faktoren.

Übergewicht gilt als wichtiger Faktor: Durch den erhöhten Fettanteil sprechen die Körperzellen immer weniger auf das Insulin an (Insulinresistenz).Die Betazellen der Bauchspeicheldrüse produzieren daraufhin mehr Insulin. In der ersten Zeit kann sie der Insulinresistenz zwar gut entgegenwirken (relativer Insulinmangel), nach einigen Jahren sind die Betazellen jedoch erschöpft, die Insulinproduktion versiegt.

Symptome

PatientInnen mit  Typ-2-Diabetes mellitus sind oft lange beschwerdefrei. Einige Symptome können jedoch frühzeitig auf Diabetes hinweisen. Diese sind wie folgt: Großer Durst, Abgeschlagenheit und Leistungsabfall, häufiges Wasserlassen - auch nachts, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme oder Heißhunger, Sehstörungen, erhöhte Infektanfälligkeit, schlechte Wundheilung und Hautinfektionen.

Wenn ein Diabetes nicht optimal behandelt wird, könnten folgende Erkrankungen als Spätfolgen entstehen: Herzinfarkt und Schlaganfall, Nierenschäden, Verlust der Sehkraft und Fußgeschwüre.

Diagnose

Der erste Diagnoseschritt ist die Blutzuckermessung. Für die Diabetes-Diagnose ist die Bestimmung des Nüchternblutzuckers im Blut der entscheidende Test (nüchtern = 8 Stunden ohne Nahrungsaufnahme).

Um die Diagnose 'Diabetes mellitus' zu stellen, wird der Zuckergehalt im Blut bestimmt. Liegt die Blutglukosekonzentration nüchtern über 100 mg/dl, besteht ein Vorstadium des Diabetes (gestörte Nüchternglukose) oder bereits ein Typ-2-Diabetes mellitus. Weitere Blutuntersuchungen bestätigen oder widerlegen dann den Verdacht. Liegt die Blutglukosekonzentration im Plasma nüchtern bei 126 mg/dl oder höher liegt bereits ein Diabetes mellitus vor.

Therapie

Bei übergewichtigen PatientInnen stellt die Gewichtsreduktion eine wichtige Basistherapie dar. Die Energiezufuhr sollte durch konsequente und langfristige Umstellung der Essgewohnheiten reduziert werden und der Energieverbrauch durch regelmäßige Bewegung erhöht werden.

 

Welche Medikamente gibt es?

Metformin - ist die Therapie der ersten Wahl. Die blutzuckersenkende Wirkung beruht auf einer Verminderung der Zuckerproduktion in der Leber und der Verbesserung der Insulinempfindlichkeit.

Sulfonylharnstoffe regen die Insulinfreisetzung in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse an.

Glitazone verbessern die Insulinempfindlichkeit von Fett- und Muskelzellen und führen somit zu einer Blutzuckersenkung.

DPP-4-Hemmer sind ein Therapiekonzept welches auf einer Erhöhung der Konzentration von Hormonen (=Inkretinen) beruht. Diese Hormone werden im Darm nach der Nahrungsaufnahme gebildet und fördern die Insulinausschüttung.

Inkretinmimetika wirken auf dem Prinzip der DPP-4-Hemmer. Es wird einem dem menschlichen Inkretin ähnliche Substanz unter die Haut gespritzt.

Des Weiteren kann eine Insulintherapie notwendig werden.

 

Hinweis: Dieser Text dient zu Ihrer allgemeinen Information. Bitte suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie Fragen oder Beschwerden haben.