Arzneimittelentwicklung

MSD ist stolz auf seine Innovationen auf allen Gebieten der Arzneimittelforschung und auf die Entwicklung von Studienprogrammen, die sich auf bisher nicht oder nur unzureichend erforschte medizinische Bereiche konzentrieren.

Bild: Ärztin im Spital Flur

Unser Engagement im Bereich der Grundlagenforschung ist ein entscheidender Teil unserer Unternehmensphilosophie. Allerdings reicht die Entdeckung neuer bahnbrechender Therapien nicht aus. Unsere WissenschaftlerInnen übernehmen außerdem eine Schlüsselfunktion während des gesamten Entwicklungsprozesses, von der präklinischen Entwicklung und Statistik bis hin zur klinischen Forschung und Vorbereitung von Zulassungsanträgen.

Ein wichtiger Teil unserer Führungsstrategie im Bereich Wissenschaft und Technologie besteht in der Auswahl der besten Mitarbeiter mit möglichst breit gefächertem Wissen. Es ist ebenfalls wichtig, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das den MitarbeiterInnen hilft, ihre Ziele zu erreichen und sie ermutigt, langfristig für MSD zu arbeiten. Das Unternehmen wirbt u.a. WissenschaftlerInnen an, die eine Vorreiterrolle in ihren jeweiligen wissenschaftlichen und technologischen Fachgebieten einnehmen. Bei uns arbeiten Menschen, die sich dafür begeistern können, Arzneimittel zu entdecken, die Leben retten und die Lebensqualität der PatientInnen verbessern.
 

Die Entwicklung eines Arzneimittels

Die Arzneimittelentwicklung ist ein langwieriger und kostspieliger Prozess; nur sehr wenige Wirkstoffe erreichen die Zulassung. Zu Beginn steht die Grundlagenforschung, in der das elementare Verständnis für eine Krankheit und deren Verlauf erforscht wird und neue potentielle Wirkmechanismen beschrieben werden. Der nächste Schritt besteht in der Entwicklung einer Substanz. WissenschaftlerInnen prüfen die Wirksamkeit und Verträglichkeit jeder neuen Substanz, deren Verstoffwechslung im Körper sowie Wechselwirkungen mit anderen häufig gebrauchten Arzneimitteln. Nur ein sehr geringer Teil potentieller Wirkstoffe gelangt über die Grundlagenforschung und die präklinische Entwicklung hinaus und tritt in die Phase der klinischen Entwicklung ein – ein Prozess, der viele Jahre dauert.

Abbildung der Erfolgsrate einzelner Medikament in der Entwicklungphase

Von 32 Substanzen in der präklinischen Forschung erreichen im Durchschnitt lediglich 2 die Phase 3 der klinischen Prüfung, und nur ein Wirkstoff wird zur Anwendung am Patienten zugelassen.

Die Kosten, die für ein innovatives Medikament (neues Molekül) von der Entdeckung im Labor über im Mittel dreizehn Jahre bis zur ersten Verschreibung entstehen, betragen fast 1 Milliarde Euro. Etwa 5.000 bis 10.000 Substanzen müssen gescreent werden, damit ein Wirkstoff die Zulassung erreicht. Die forschende pharmazeutische Industrie geht bei der Arzneimittelentwicklung das hohe Risiko eines Misserfolgs ein. Trotz dieses Risikos geht die Entwicklung von über 90% aller weltweit produzierten neuen Medikamente auf die forschende pharmazeutische Industrie zurück.

(Quelle: CBO Report/Tufts, 2006, 2011; DiMasi et al 2003)

Vom Labor in den Arzneimittelschrank

Präklinische Prüfung

Nach der Entdeckung eines neuen Wirkstoffs wird dieser intensiv im Labor und tierexperimentell auf seine Wirkungen und die Verträglichkeit geprüft. Nur bei Unbedenklichkeit darf er weiter untersucht werden.

Phase I

Die Phase I stellt den ersten Schritt der klinischen Entwicklung dar. In klinischen Studien der Phase I wird das Arzneimittel das erste Mal am Menschen geprüft: An einigen gesunden Freiwilligen werden der Weg des Arzneimittels durch den Körper und seine Verstoffwechslung untersucht.

Phase II

In klinischen Studien der Phase II wird die Wirkung an Menschen, die an einer bestimmt Krankheit leiden, geprüft. An den Studien der Phase II nehmen zwischen 100 und 500 PatientInnen teil. In dieser Phase sollen nicht nur die Wirksamkeit und die Verträglichkeit des Arzneimittels geprüft werden, sondern auch die geeignete Dosierung festgelegt werden.

Phase III

Hat das Arzneimittel erfolgreich die Phase II durchlaufen, wird es in klinischen Studien der Phase III an einer größeren Zahl von PatientInnen weiter untersucht. Ziel ist es zu zeigen, dass das Arzneimittel bei vielen PatientInnen die erwünschte Wirksamkeit zeigt. Zudem wird hier das Verträglichkeitsprofil abgerundet.
Verläuft die Phase III erfolgreich, kann der Hersteller die Zulassung für das Arzneimittel beantragen, d. h. die behördliche Erlaubnis das Arzneimittel in den Verkehr zu bringen.

Phase IV

In klinischen Studien der Phase IV wird ein Arzneimittel auch nach der Zulassung weiteren Prüfungen unterzogen. In diesen wird das Arzneimittel unter Alltagsbedingungen an einer hohen Zahl von PatientInnen (bis zu mehreren Tausend) untersucht.
Dabei werden beispielsweise die Langzeitverträglichkeit des Arzneimittels oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln geprüft oder es werden Vergleichsstudien mit anderen, für das gleiche Anwendungsgebiet zugelassenen Arzneimitteln durchgeführt.
 

Phase

Testgruppe

Ziel

Dauer

Präklinik

Labor (z. B. Zellkulturen und Tierversuche)

Feststellung der chemischen und physikalischen Eigenschaften der Substanz und Beurteilung der Sicherheit und Wirksamkeit in lebenden Zellen

2-6,5 Jahre

Klinische
Studien

 

 

 

Phase I

20-100 gesunde Freiwillige (Probanden)

Nach Verabreichung unterschiedlicher Dosen des Wirkstoffs werden grundlegende Erkenntnisse zu Sicherheitsdaten und Blutspiegeln ermittelt

6 Monate - 1 Jahr

Phase II

100-500 Patienten

Erforschung der Wirksamkeit des Wirkstoffs in einem Dosisbereich, der Pharmakokinetik und Verträglichkeit

6 Monate - 1 Jahr

Phase III

1.000-5.000

Bestätigung des wirksamsten Dosisbereichs und Erhebung weiterer Informationen über die Wirksamkeit der Substanz und potentieller Nebenwirkungen

1 - 4
Jahre

Zulassungs- verfahren

alle Informationen aus präklinischen und klinischen Studien

Prüfung und Bewertung aller Studiendaten zur Wirksamkeit und Sicherheit

FDA: im Mittel 1,5 Jahre (2003)

Überwachung
nach der Markt-einführung

alle mit dem Arzneimittel behandelten Patienten

Erfassung und Bewertung von Nebenwirkungen, die in den Phasen I, II oder III nicht aufgetreten sind, einschließlich weiterer Nebenwirkungen, z. B. solche, die erst spät oder nur sehr selten auftreten, um das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis sicherzustellen.

 

Phase IV

Patienten allgemein oder spezielle Patienten-gruppen

Wirksamkeit und Verträglichkeit über lange Zeiträume und/oder an speziellen Patientengruppen.

z.T. mehrere Jahre

 

Pipeline

Alle Substanzen, die sich derzeit in Entwicklung befinden.
Zur Merck Pipeline